80er-Jahre Gedudel, Ski-Hüttenromantik, Lametta und der Michael, George. Jedes Jahr erklingt zwangsläufig irgendwo das lyrisch epochale Werk eines Jahrzehnts voll sprechender Autos, pickeliger Pixel-Patrioten und Schulterpolster.
An die bedeutende Tiefe des Vorgangswerkes “Wake me up before you Go-Go” kann diese festliche Symphonie aber dennoch leider nicht ganz anknüpfen. Man denke nur an die visuelle Umsetzung dieses weiteren Klassikers der Musikgeschichte: da, da, da, da…Hüftschwung…düdle, düdle, dü…Tippelschritt…ah wer ist denn der Kerl mit der Gitarre, kennt den eigentlich jemand? ach egal…die Hotpants von George in Nahaufnahme…Licht aus – leuchtende Neon-Kleidung an! Das war noch Magie, gepresst in zu enge kurze Hosen. Aber nun zurück zu “Last Christmas”. Bei vielen löst schon der Gedanke daran zuckendes Augenrollen und grunzende Ablehnungsgeräusche aus. Aber bei den heiligen, dicken Rentieren – es ist verdammt noch mal Weihnachtsstimmung pur. Die ersten Töne setzen ein; langsam fängt der Fuß an zu wippen, dann geht es rasend schnell, der Körper schwingt im Takt, die Augen werden glasig und die Pupillen nehmen die Form von Tannenbäumen an…..dann öffnet sich der Mund und wenn ein inbrünstiges “Laaast Chriistmaas Eii gaaave youu meii haaart” ertönt ist alles zu spät – Hektische unkontrollierte Blicke, da ein Lebkuchen, rechts vortäuschen, links greifen – der Dominostein ist mein, Lametta um den Kopf wickeln , Tannenzweige in die Haare stecken, bunt-blinkende Lichterkettenstola und Tippelschritt links…Laaast Chriistmaas….Tippelschritt rechts…Eii gaave youu meii haaart – heilige scheiße es ist Weihnachten und George Michael unser Jesus!
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